Vergewaltigungswitz der @Bild-Zeitung kein Fall für den Presserat. Ihr erinnert euch?


Wieder etwas dazu gelernt – Vergewaltigungswitze sind kein Fall für den Presserat. Habe den Fall trotzdem gerne eingereicht, sollte man viel öfter tun. (Es ging übrigens hier drum… http://bit.ly/1ku45Yy)

Presserat_Bildzeitung1


Update, 27. Juli 2014: Und wieder abgewiesen.


Update, 5. Mai 2014: Ich habe die Geschichte jetzt noch einmal eingereicht unter Ziffer 1 und Ziffer 12, inklusive einer längeren Begründung. Stay tuned.


Update, 4. Mai 2014: Dazu gab es auf Facebook auch eine – wie ich finde – spannende Diskussion auf meiner Timeline. Ist der Pressekodex hier unzureichend ausformuliert? Fällt der Fall tatsächlich nur unter „Geschmackssache“?


28 Kommentare

  1. JensE · Juni 3, 2014

    Die Antwort in dem Schreiben des Presserats spiegeln auch meine Meinung exakt wieder.

    Irgendwann ist aber auch Schluss, guter Geschmack hin oder schlechte Witze her. Es ist nur ein Witz.

    Wie kann man überhaupt in Betracht ziehen kann, da etwas unternehmen zu wollen, geht nicht in meinem Kopf.

    • Andreas Weck · Juni 3, 2014

      Findest du, dass Pädophilen-Witze in einer Zeitung abgedruckt werden sollten?

      • Cheval Alazán · Juni 3, 2014

        Wo ist der Unterschied zwischen Vergewaltigungs-, Pädophilen-, Blonden-, Türken-, Islam- und Politikerwitzen? Es gibt keinen.

        So lange ein Witz nicht persönlich beleidigend (auf eine Gruppe bezogen rassistisch) ist, sollte er zugelassen sein.

        Andernfalls wird sich jede Gruppe echauffieren und verlangen, dass die Witze verboten werden. Humor spielt mit dem Unmoralischen, mit dem Überraschenden, manchmal sogar mit der Ethik.

        Und ich weiss noch wie ellenlang die Diskussionen waren als MTV diese Popetown-Serie senden wollte. Wie alle schrieen „Es geht um Meinungsfreiheit!“ weil die Kirche die Serie und Werbung verbieten wollte.

        Wieso sollte das hier was anderes sein? Nur, weil es um Frauen geht? Angenommen, ein Mann hätte die Kratzer von einem anderen Mann bekommen. Oder die Frau hätte die Kratzer von einem Mann bekommen? Würde man dann immer noch „Verbot“ rufen? Wenn nicht – und davon gehe ich nach der Mehrheit der Kommentare im Netz aus – dann ist es keine Grenzüberschreitung sondern im Gegenteil, der Witz sticht genau dort wo die Beschwerder ihre Grenze aus Heuchelei und Verlogenheit gezogen haben.

      • Andreas Weck · Juni 3, 2014

        @Cheval, der Unterschied zwischen einem Blondinen und einem Vergewaltigungswitz ist, dass der eine Gewalttaten an Menschen relativiert.

      • JensE · Juni 3, 2014

        @Andreas Weck

        Was genau zeichnet denn einen Phädo-Witz denn deiner Meinung nach aus?! Allein deine Wortwahl lässt für Dich wohl nur eine Antwort zu.

        Ich finde es gibt bei Witzen so viel Grau zwischen Weiß (harmlos) und Schwarz (absichtlich bösartig), dass wir zwei in diesem Leben wahrscheinlich keinen Konsens mehr darüber erzielen können, was noch akzeptabel ist und was nicht.

        Kurz gesagt: Es kommt auf den konkreten Witz an.

  2. Daniel Boese · Juni 3, 2014

    Nein, das ist keine Geschmackssache, sondern ein ganz klares Beispiel, wie weit die Vergewaltigungskultur /Rape Culture reicht. Und eigentlich ist die mangelnde Sensibilisierung des Presserats schlimmer als der Witz in der Bild.

    Ok, vielleicht auch einfach nur genauso schlimm.

    Bester Einsteigertext über Rape Culture, den ich bis jetzt gelesen habe: https://medium.com/human-parts/a-gentlemens-guide-to-rape-culture-7fc86c50dc4c

  3. Hugo · Juni 3, 2014

    Also sollte alles was Ihnen persönlich nicht gefällt staatlich zensiert werden?

    • Andreas Weck · Juni 3, 2014

      Nein, auf keinen Fall. Aber ich bin skeptisch, ob Gewaltverherrlichung im Sinne der Presseverantwortung ist. Darüber sollte man mal nachdenken.

      • JensE · Juni 3, 2014

        @Andreas Weck: „[…] Gewaltverherrlichung im Sinne der Presseverantwortung […]“.

        Exakt Darum geht es. Falls der Inhalt dieses Witzes ernst gemeint wäre, dann hättest Du recht.

        Da hier aber ein Witz den Rahmen bildet, finde ich, dass hier höchstens eine Geschmacklosigkeit vorliegen kann.

        Und wegen „[…] der Unterschied zwischen einem Blondinen und einem Vergewaltigungswitz ist, dass der eine Gewalttaten [sic] an Menschen relativiert.“

        Na ja, in diesem Sinn müsste der Blondinenwitz dann auch Vorurteile und Hass gegenüber der Gruppe der Blondinen schüren (Mantawitze, Politikerwitze, Beamtenwitze, etc.) und wäre somit auch sanktionsfähig.

        Wo genau könnte hier eine objektive Grenze gezogen werden?

  4. harschmi · Juni 3, 2014

    hey, wenn Witze über Vergewaltigung kein Problem sind, können wir da auch wieder Judenwitze erzählen oder sogar abdrucken?

  5. Bernd · Juni 3, 2014

    Der Presserat hat insofern Recht, dass ein Verstoß gegen Ziffer 9 (Schutz der Ehre) nicht vorliegt, da nur natürliche Personen Ehrenschutz genießen und eine konkrete Person in der Tat nicht genannt wird. Wenn die Beschwerde sich darauf gestützt hat, war sie in der Tat offensichtlich unbegründet und wurde daher zurecht im Vorverfahren abgewiesen. Hilfreicher wäre es wohl gewesen, die Beschwerde aufgrund eines Verstoßes gegen Ziffer 1 (Achtung der Menschenwürde) und/oder Ziffer 12 (Diskriminierungen) zu führen. Vielleicht bringt ja sogar eine erneute Beschwerde etwas.

    • Andreas Weck · Juni 3, 2014

      Das werde ich versuchen. Schöner wäre allerdings gewesen, wenn der Presserat von alleine erkannt hätte, dass es sich ggf. auch um die anderen Punkte handeln dürfte.

  6. Andreas Weck · Juni 3, 2014

    Ich habe die Geschichte jetzt noch einmal eingereicht unter Ziffer 1 und Ziffer 12, inklusive einer längeren Begründung. Stay tuned.

    • horst · Juni 3, 2014

      lieber andreas,

      in einer freiheitlichen demokratie muss man schlechte witze ertragen können.
      abgesehen davon verstehe ich deinen aktionismus nicht.
      wie du vielleicht weißt, führen rügen des presserates zu nichts. das ist typisch pseudofeministischer empörungsaktionismus, in dem es einfach nur ums moralische rechthaben geht und darum, dem „feind“ and bein zu pinkeln. wenn du in dem witz beleidigung oder gar volksverhetzung erkennst, dann empfehle ich dir den gang zur staatsanwaltschaft.

      als gedankenexperiment schlage ich mal folgendes vor: würdest du auch den presserat anschreiben, wenn in einer frauenzeitung derselbe witz mit vertauschten rollen stünde? ich wette, dass dem nicht so wäre.

  7. lololol · Juni 3, 2014

    Vollkommen übertrieben, sich darüber aufzuregen. Manche Leute scheinen nicht zu raffen, dass es sich um einen Witz handelt, nicht um ein Plädoyer für Vergewaltigungen. Echt peinlich. Es gibt auch extrem gute Hitler-Witze. Kommt einfach mal klar.

  8. Johann · Juni 3, 2014

    Ich glaube es war eine richtige Entscheidung des Presserats.

  9. Go West · Juni 3, 2014

    Die Reaktion des Presserates ist typisch. Und typisch verharmlosend. Ein Vergewaltigungswitz ist eben nicht einfach nur geschmacklos. So ein Witz ist Teil einer Unkultur, der gewisse „Dinge“ in ein rosafarbenes Licht rueckt und eine Gewalttat als etwas Normales darstellt. Das kann man nicht tolerieren.
    Ebensowenig wie „Negerwitze“, „Judenwitze“ oder „Tuerkenwitze“, wenn es dabei um Gewalt geht.
    Die Reaktion des Presserates unterscheidet sich kaum von den aktuellen Urteilen italienischer Gerichter oder dem Denken vieler Maenner (und leider sogar Frauen): die Opfer sind doch selbst schuld, weil sie mitgegangen sind, weil sie aufreizende Kleidung trugen, weil sie, weil,sie,
    Solche Witze, Denkweisen und Urteile machen Frauen mehrfach zu Opfern. Wobei Bild mit den Frauenfotos ohnehin taeglichen Sexismus betreibt und der „Maennerwelt“ ihr taegliches“Aufwaermprogramm“ anbiete.
    Einfach widerlich.

  10. Jeeves · Juni 3, 2014

    Solche Leute wie hier, die in irgendeinem Witz gleich Rassismus oder sonstwas Arges (oder momentan politisch nicht korrektes) sehen, gab’s schon früher. Robert Gernhardt hat in den achtziger Jahren reichlich darüber geschrieben, scheinbar ohne langfristige Folgen. Die Zensoren wachsen wohl immer nach.

    Die Aufgabe eines Witzes ist es, witzig zu sein, mehr nicht. Ist er nicht witzig, darf man sich gerne über ihn mokieren (aber besser ist es wohl, ihn schlicht zu negieren).

    Oder anders: Wer freiwillig die Blödzeitung liest, ist entweder selbst …, oder er tut das, um sich darüber aufzuregen. Dass man anschließend glaubt, seine Aufregung über dieses Drecksblatt einer Öffentlichkeit mitteilen zu müssen, ist etwas ahnungslos, denn die Öffentlichkeit weiß bereits, und dass seit Jahrzehnten, dass dieses Blatt Scheiße produziert.

    • JensE · Juni 3, 2014

      Hier muss ich mal einhaken: Das Ding heißt BILD, einfach nur BILD, da es sich hierbei gar nicht um eine Zeitung handelt! Sonder nur um eine schlecht Imitation. ;o)

      • Sandra · Juni 3

        are all acmonmodatiocs in the tower, but that’s OK: We’re here for the birds, not for Four Seasons-like luxury. We haven’t even unpacked when Samantha starts to point eagerly out the window and jump up

      • nj auto ins · Juni 3

        Z té debaty o nepoužitelnosti Brožové et al mne nakonec mrazí, mám to chápat jako, že „tyhle komedianti“ jsou póvl a nepatří ani na hÅ™bitov, ale za zeď?Povolání jako povolání, rozhoduje inteligence a mám dojem, že pro kvalitní herectví je jí nakonec potÅ™eba víc než tÅ™eba pro účetního.Jinak se další debaty zdržuju, protože Ročník 55 sem nastoupil IMHO jako troll a debata dokolečka jdoucí nemá smysl.

  11. Jeeves · Juni 3, 2014

    Huch?! das vorletzte dass = das

  12. coolray · Juni 3, 2014

    ist interesant..witze über vergewaltigungen sind nicht schlimm
    ich frage mich ob die, die so vehement meinen, es sei nicht so schlimm, es auch noch so sehen, wenn sie selber opfer einer vergewaltigung geworden sind ??
    ach ja ..und wenn es männer sind..sorry..auch männern kann so etwas passieren
    aber das passt natürlich bestimmt nicht ins weltbild..gell ^_^

  13. Raoul Duke (@Raoul2Duke) · Juni 3, 2014

    So sehr ich die Bild verachte, so viel Recht hat sie auch, diesen Witz abzudrucken. Es ist im Gegenteil sogar äußerst positiv, da sie hier eine ihrer Meldungen sogar ausdrücklich als Fiktion gekennzeichnet hat.

    Sehr bezeichnend finde ich dagegen Deine Antwort auf den ersten Kommentar (von JensE): Wenn einem nichts mehr einfällt, greift man zur Pädophilen-Keule. Ursula wär stolz. Geh bitte nie auf ein Comedy-Programm von Oliver Polak; Deine anschließenden Beschwerdeeingaben wären schätzungsweise länger als der deutsche Gesetzeskatalog.

    Ich sage nicht, daß ich diesen Witz wahnsinnig lustig finde. Es geht so. Er bewegt sich für mich zwischen minimal und mittel. Wichtig finde ich aber, daß jeder für sich selbst entscheiden darf, über was er lacht.

  14. Go West · Juni 3, 2014

    Da die Verharmlosung offenbar weit verbreitet ist, hier ein schoener Witz, wie er vor einigen Jahren so gern kolportiert wurde und ueber den ich mich damals furchtbar aufgeregt habe. Scheinbar grundlos und uebertrieben. Erzaehlt von einem Arbeitskollegen: „Wi transportiert man 20 Juden in einem VW Kaefer? Im Aschenbecher.“ Ist doch nur ein Witz! Kommt damit klar Leute.
    Ich mag das Wort vom Fremdschaemen eigentlich nicht. Doch angesichts dieser Diskussion macht es ploetzlich Sinn.

    • Raoul · Juni 3, 2014

      Als ich den Witz vor Jahren mal gehört habe, war er noch lustig. Heute ist er hauptsächlich alt.

      • Go West · Juni 3, 2014

        Darf ich darauf hoffen, dass ich verstanden wurde oder ist das eine vergebliche Hoffnung?

      • JensE · Juni 3, 2014

        @Go West: „Darf ich darauf hoffen, dass ich verstanden wurde […]“

        Mit dieser stumpfen aber riesigen Keule ist es schwer dein Anliegen nicht zu verstehen. :o)