7 bescheuerte BILD-Thesen zum NSA-Skandal… und was Julia Probst dazu sagt

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich kann keine BILD-Zeitung lesen – es geht einfach nicht. Erwische ich mich, wie ich am Vorbeigehen auf die großen Lettern und die geistlosen Phrasen auf eines der x-beliebigen Titelblätter starre, habe ich sofort das Gefühl, mich waschen zu müssen. Glücklicherweise passiert mir das online so gut wie gar nicht – ich müsste schon konkret die URL in die Adressleiste eingeben, um auf BILD.de zu landen. Meine Feeds sind glücklicherweise weitestgehend BILD.de-frei.

Heute Morgen jedoch, bin ich durch Julia Probst auf Twitter in die Misere geraten, doch mal wieder reinzuschauen, was die Panikmacher so fabrizieren. Es geht um einen Beitrag, der sieben befürwortende Thesen zum NSA-Skandal beschrieb – die sich alle so lesen, als hätte Franz Josef Wagner sie selbst verfasst. Julia Probst hat sich über die Thesen zu Recht echauffiert und auf Twitter Gegenthesen verlautbart. Hier für euch zusammengefasst.

Ausspähen ist notwendig!

Der BILD-Chefreporter Julian Reichelt meint in seinem strittigen Artikel, dass sich aus den Snowden-Dokumenten kein Beweis ergibt, der belegt dass die NSA uns alle ausspäht. Er schreibt dass lediglich bewiesen wurde, dass Daten massenhaft aufgesaugt und ausgewertet werden. Zudem liefert er ein Beispiel, warum das seiner Meinung manchmal notwendig ist: „Seit 2010 ahnten US-Gheimdienste, dass sich Osama bin Laden – immerhin gefährlichster Terrorist aller Zeiten – im pakistanischen Abbottabad versteckte. Nahezu die komplette Kommunikation der Stadt wurde überwacht, um diese Hinweise zu erhärten.“

Julia Probst hält gegen:

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US-Agenten trauen keinem – zu Recht!

Der Autor schreibt, dass die NSA sehr gezielt andere Länder überawcht, weil sie sich auf die Ermittlungsbehörden anderer Länder schlicht nicht verlassen kann. Auch für diese Aussage bringt der Mann, der scheinbar als einziger deutscher Journalist in die Praktiken der NSA eingeweiht zu sein scheint ein Beispiel: „Deutschland. In Hamburg lebten die Attentäter vom 11. September unbehelligt. Obwohl ihre Moschee als Radikalen-Treffpunkt bekannt war, entging den ahnungslosen deutschen Behörden vollständig, was sich da zusammenbraute.“

Julia Probst hält gegen:

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Nur die Amerikaner können Diktatoren kontrollieren!

Julian Reichelt stellt fest, dass wir tatsächlich Feinde auf dieser Welt haben: „Iran baut an einer Atombombe. In Syrien versuchen Terroristen, Massenvernichtungswaffen unter Kontrolle zu bringen. Hacker der chinesischen Regierung stehlen jedes Patent, das sie irgendwie bekommen können“. Da gibt es allen Grund zur Panik wie es scheint. Reichelt schreibt weiter: „Jemand muss diese Länder überwachen – wir können es technisch nicht.“

Julia Probst hält zweimal dagegen:

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Wir haben keine Erfahrung mit Terror!

Julian Reichelt kennt sich aus mit den Deutschen. Er stellt fest, dass wir uns Empörung gegenüber der NSA-Affäre nur leisten können, weil bei uns anscheinend nie etwas passiert ist. Er schreibt: „Der ‚Spiegel‘ beschreibt diese Woche die Terrorakte vom 11. September (fast 3000 Tote) harmlos als ‚Angriffe, die in Wahrheit nicht die amerikanischen Gründungsmythen bedrohen, die nicht das amerikanische Paradies auslöschen können‘. So eine Verharmlosung würde wohl niemand mehr wagen, wenn es in Deutschland einen Anschlag mit Tausenden Toten gäbe.“ – puh?!

Julia Probst hält gegen:

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Bedrohung durch Terror ist keine Paranoia!

Julia Reichelt bemerkt zu Recht, dass die USA derzeit immer wieder als Land im Verfolgungswahn beschrieben wird. So weit so gut – würde ich auch so sehen. Doch dann gibt er Gegenbeweise, die klarstellen, dass es vermutlich gar nicht genug Gründe gibt ständig in Angst zu leben. Here we go: „Madrid, 11. März 2004, zehn Bomben in Zügen zerfetzen 191 Menschen. London, 7. Juli 2005, vier Bomben in U-Bahnen und einem Bus töten 56 Menschen. 4. September 2007: Nach einem Hinweis der NSA verhaften deutsche Ermittler die ‚Sauerland-Gruppe‘, die in Deutschland Terroranschläge plante“.

Julia Probst weiß darauf zu kontern:

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NSA-Kritiker wollen von eigenen Versäumnissen ablenken!

Bild-Chefreporter Reichelt unternimmt einen Schwenker von der Bürgerüberwachung zum Merkelphone und schreibt: „Wenn Kanzlerin Angela Merkel ihre Amtsgeschäfte tatsächlich über ein nicht abhörsicheres Handy führt, gehören ihre zuständigen Berater für Spionageabwehr entlassen“. Er verweist darauf, dass jeder in der Welt der Geheimdienste – der er scheinbar irgendwie angehören zu sein scheint – weiß, „dass Amerikaner, Russen, Chinesen ALLES versuchen, um Gespräche von Entscheidungsträgern – also auch von der Kanzlerin und ihren Ministern – abzuhören“.

Julia Probst sieht das anders:

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Snowdens Enthüllungen gefährden Leben!

Erst scheint es, als ob Julian Reichelt zum Schluss doch noch etwas Gutes für Snowdens Motive übrig hat. Wobei, nee – doch nicht: „Laut ‚New York Times‘ befinden sich in Edward Snowdens Dokumenten die Klarnamen von US-Geheimdienstlern. Das bringt die Agenten, die in einem Jahrzehnt des Terrors ihr Leben riskiert haben und nicht bloß Abhör-Schurken sind, in größte Gefahr“.

Julia Probst hat da mehr Vertrauen:

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